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Eine ausführliche Anleitung zur Befestigung unserer Baumhausschrauben - German Treehouse Screw GTS

Um Infektionsgefahr und Harzaustritt zu minimieren, dreht man die Baumschrauben unmittelbar nach dem Vorbohren ein. Eine gute Vorbereitung ist deshalb sehr wichtig. Am besten arbeitet man mindestens zu zweit!

Werkzeugliste:

  • Baumhausschraube & Mutter
  • Auflager & Zubehör (Distanzringe & Erweiterungen)
  • Schlangenbohrer 36 mm
  • Forstnerbohrer 74 mm + Führungszapfen
  • Lange Umschaltknarre (Hebel > 70 cm) + Nuss 46 mm
  • Starke Bohrmaschine mit Haltegriff & Rückwärtsgang (>70 Nm Drehmoment, 22 V 5,2 Ah Akku)
  • Desinfektionsspray, Alkohol oder Feuer zum Reinigen von Werkzeug
  • PU-Leim (optional)
  • Schmiermittel für Gewinde von Mutter
  • Meterstab (für Tiefe von Bohrloch)
  • Kleine Wasserwaage (10 – 15 cm) oder Libelle
  • Leiter, Gerüst, Kletter- und Schutzausrüstung

Montage:

1. Markieren

Markiere die richtige Position und Ausrichtung der Baumhausschraube  (z.B. mit einer langen Holzschraube). Beachte die zusätzliche Höhe des Auflagers und die exakte Übereinstimmung mit den anderen Auflagepunkten.

Da dies die statische Verbindung unseres Baumhauses ist, dürfen hier keine Fehler passieren, deshalb: 3 x Messen – 2 x Nachkontrollieren – 1 x Bohren!

2. Alles griffbereit!

Halte alle zur Installation benötigten Teile griffbereit: Bohrer, Schrauben, Auflager, Distanzringe, Mutter, Umschaltknarre, PU-Leim, …. Je schneller die Installation vonstatten geht, desto besser für den Baum und desto leichter lässt sich die Schraube eindrehen, da noch kein Harz/Saft in die Bohrung geflossen ist.

3. Desinfizieren

Desinfiziere die Bohrer und die Schraube vor der Benutzung mit Alkohol oder flamme sie ab – so minimierst du die Gefahr eines Pilzbefalls. Reinige das Werkzeug vor jeder Benutzung, vor allem bei Arbeiten in mehreren unterschiedlichen Bäumen.

 

4. Schlangenbohrer

Bohre bei der Markierung mit dem Schlangenbohrer exakt waagrecht 18,5 cm tief in den Baum. Mit einer kleinen Wasserwaage kontrollierst du immer wieder die Ausrichtung des Bohrers, lege die Wasserwaage direkt auf den Schlangenbohrer. Säubere anschließend das Bohrloch.

Tipp zum Bohren:

  • Immer zu zweit arbeiten, so kann einer die Ausrichtung des Bohrlochs überprüfen
  • Nutze einen zusätzlichen Haltegriff an der Bohrmaschine (sonst Gefahr von Handgelenk-Verletzung)
  • Bohre mit niedriger Drehzahl (1. oder 2. Gang)

5. Forstnerbohrer + Führungszapfen

Führe die Forstner-Pin Kombo in das Bohrloch des Schlangenbohrers ein und bohre mit niedriger Drehzahl – !Das Loch sollte an der untiefsten Stelle exakt 6,5 cm tief sein (vom Kambium aus gemessen)!

Verwende auch hier unbedingt einen zusätzlichen Haltgriff und achte auf sicheren Stand – Wenn sich der Bohrer frisst wirken gewaltige Kräfte!!!

Kontrolliere beide Maße noch einmal mit einem Meterstab (18,5 & 6,5 cm tief). Säubere erneut das Bohrloch. Das Bild oben zeigt das fertige Bohrloch, in das nun die Baumhausschraube eingedreht wird.

(6. PU-Leim Optional)

Benetze die Schraube am Ende des Grobgewindes sowie an der Innenfläche des Zylinders mit PU-Leim. Der PU-Leim wird aufquellen und dient als zusätzliche Versiegelung des Holzkörpers gegen Pilzsporen, verhärtet das Holz, und bettet die Schraube fest ein. Falls kein Leim zur Verfügung steht, drehe die Schraube ohne Leim ein.

7. Schraube eindrehen

Drehe die Baumhausschraube mit dem Grobgewinde in das Loch. Die ersten Umdrehungen können per Hand gemacht werden. Wird der Widerstand zu groß, schiebt man Auflager und Distanzringe auf den Schaft und sichert alles mit der Mutter.

Drehe mit Hilfe einer großen Umschaltknarre die Schraube bis zum Anschlag in den Baum. Achte darauf dass die Schraube stets waagrecht gehalten wird. Bei weichen Hölzern (Fichte, Tanne, Weide,…) achte darauf die Schraube nicht zu überdrehen.

 

Wichtige Tipps:

Großes Spezialwerkzeug findest du am ehesten bei Bauern, LKW Fahrern oder KFZ-Werkstätten welche auf Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge spezialisiert sind.

Falls keine Umschaltknarre zur Verfügung steht, kann man die Schraube notfalls auch mit einer verlängerten Rohrzange eindrehen, dabei wird jedoch die KTL Beschichtung beschädigt, und die Schraube fängt an zu rosten. Die Rohrzange sollte mindestens 50 cm lang sein.

Das Eindrehen der Schraube funktioniert nur manuell, selbst starke hydraulische Schlagbohrer bringen die Kraft nicht auf – wir haben viel ausprobiert;)

 

Tragfähigkeit der Schrauben:

Die Belastbarkeit der Schrauben hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Baumart (allgemein, siehe hier)
  • Individueller Baum (Wuchsform, Festigkeit, Alter)
  • Lokale Holzqualität (an Stelle von Bohrung)
  • Hebelarm (wo wird die Schraube belastet)
  • Belastungsart (statisch, ruckhaft oder schwingend)
  • Passgenaue Montage

Es ist schwer genaue Aussagen bezüglich der Belastbarkeit zu treffen, da es sich um lebende Bäume mit völlig individuellen Eigenschaften handelt, und nicht um genormtes und geprüftes Bauholz.

Folgende Werte der Tragfähigkeit dienen daher nur als Orientierung – es sollte stets mit einem Sicherheitsfaktor >2 gerechnet werden, d.h. statt 4 Tonnen Belastung (Durchschnittswert unserer Tests) sollte die GTS Allstar nur mit 2 Tonnen vertikal belastet werden.

 

Hebelarm:

Neben den Holzeigenschaften hat vor allem der Hebelarm großen Einfluss auf die Tragfähigkeit der Schrauben; der Hebelarm ist die Entfernung von der Rinde zum Auflagepunkt des Auflagers. Folgendes Bild veranschaulicht: je größer der Hebelarm, desto geringer die Tragfähigkeit der Schrauben. Distanzringe helfen die Bewegung des Auflagers einzuschränken.

Sicherheitshinweise:

  • Achte immer auf einen sicheren, festen Stand!
  • Sichere dein Werkzeug gegen Herunterfallen!
  • Sichere den Bereich unter dem Baum !herabfallende Gegenstände!
  • Trage einen Helm (selbst ein kleiner Meterstab kann aus vier Metern Fallhöhe zu Verletzungen führen)
  • Verwende deine Bohrmaschine nur mit zusätzlichem Haltegriff: Forstnerbohrer kann sich leicht fressen und Handgelenk verdrehen!
  • Bohre mit niedriger Drehzahl (Stufe 1 oder 2, max. Drehmoment)
  • Verwende keine Schmiermittel im Baum, diese fetthaltigen und öligen Stoffe bilden einen guten Nährboden für Pilze.

Troubleshooting:

  • Beim Versuch die Mutter zu lösen, dreht sich die Schraube mit raus –> Mutter ölen und ruckartig öffnen. Falls trotzdem nicht möglich: Schraubenschaft mit einer Rohrzange festhalten und Mutter lösen.
  • Schwarze KTL-Beschichtung löst sich –> statisch unbedenklich, kann optisch mit schwarzem Sprühlack nachgebessert werden.
  • Das Eindrehen der Schraube geht sehr zäh (bei hartem Holz) –> Verlängere den Griff der Umschaltknarre bzw. Rohrzange mit einem stabilen Stahlrohr. So hast du einen größeren Hebelarm und mehr Drehmoment.
  • Schraube dreht durch (weiches Nadelholz oder Bohrloch ausgeleiert) –> Nicht weiter überdrehen und abwägen ob die Baumhausschraube weit genug eingedreht ist um die Lasten aufnehmen zu können. Falls Zweifel bestehen, gibt es die Möglichkeit die Schraube mit einer „Seilsicherung“ zu verstärken. Notfalls muss eine neue Schraube gesetzt werden.
  • Ungewöhnlich weiches oder verfärbtes Holz –> Achtung, Gefahr von Fäule! Ist das Holz / die Holzspäne an einer Stelle ungewöhnlich weich oder stark verfärbt, ist das ein Indikator für Fäule. Dort darf keine Baumschraube als Auflager benutzt werden – der Baum sollte eingehend untersucht werden bevor weitergebaut wird!
  • Loch an falscher Stelle gebohrt, offene Schadstelle –> Baumhausschraube trotzdem eindrehen und evtl. abflexen.

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