Im Folgenden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie wir unsere Baumhäuser planen

Haben Sie Ihren Traumbaum gefunden, vermessen Sie diesen so genau wie möglich: Durchmesser in verschiedenen Höhen, Neigung des Baumstamms, Astverläufe, Abstände, etc. Legen Sie die gewünschte Höhe der Plattform fest und markiert diese (kleine Schraube, Farbspray, o.ä.). Es ist sehr hilfreich direkt in den Baum klettern und dort eine Zeit zu verweilen – so bekommen Sie ein gutes Gefühl für die Höhe, den Ausblick, den Sonnenverlauf, sowie mögliche Befestigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Falls Sie nicht ständig vor Ort sind, machen Sie Fotos aus allen möglichen Blickwinkeln. Stellen Sie dabei Bezugspunkte ins Bild (z.B. Meterstab, lange Wasserwaage und bunte Höhenmarkierung) – so sind die Bilder auch später noch aussagekräftig.

Hierfür sollten Sie sich Zeit nehmen und in sich gehen! Je genauer Ihre Vorstellung vom Baumhaus, und dessen Nutzen unter Einbeziehung der Umgebung ist, desto mehr Freude werden Sie später damit haben.

Grundüberlegungen zur Raumnutzung:

  • Was ist der primäre Nutzen? Kinderspielhaus, Schlafplatz, Ruheoase, Kneipe, Sauna, Büro, Kreativraum, …
  • Wer nutzt das Baumhaus? Kinder, Erwachsene, Freunde, Gäste, Hunde, Katzen, …
  • Wie viele Personen sollen sich darin aufhalten können?
  • Welche Einrichtung? Doppelbett, Schreibtisch, Couch, Hängematte, Dusche, …
  • Baue ich eine große, zusammenhängende Plattform oder mehrere kleine Teilebenen?

Konstruktion:

  • Zu welchen Jahreszeiten wird das Baumhaus genutzt? Gedämmt, Feuerstätte, Elektroheizung, …
  • Auf welcher Höhe soll sich das Baumhaus befinden?
  • Wie gelangt man ins Haus? Gerade Treppe, Wendeltreppe, Leiter, Strickleiter,…
  • Wie viel wird das Baumhaus grob wiegen?
  • Welche Unterkonstruktion trägt die Plattform, so dass sie dauerhaft fest im Baum sitzt, ohne übermäßig zu wackeln?

Feinheiten der Planung – hier erkennt man den guten Architekten:

  • Exposition des Baumes: dominante Wind- und Wetterrichtung
  • Welchen Ausblick will ich genießen? Wo setzt ich Fenster und Öffnungen um den Blick geziehlt zu lenken? Panoramafenster, Eckfenster, Dachfenster, …
  • Wie wie sieht der Baum im Winter aus, wo könnte mein Blickfeld die Nachbarn stören?
  • Sonnenverlauf, wie kann ich das Licht gezielt einfangen? Wo kann ich mit Schatten und Licht magische Stimmung erzeugen?
  • Wie soll die Entwässerung aussehen? Entziehe ich den Wurzeln wichtiges Regenwasser?
  • Wo setze ich Steckdosen, Kabel, Lichtschalter und Beleuchtung?

Steht der erste Entwurf kann mit dem Zeichnen der Pläne begonnen werden. Nun gilt es die genauen Maße auszutüfteln: Plattformbreite, Gehwege, Wandhöhen, Türöffnungen, Fenstermaße, Dachüberstand, Geländerform, Bettmaße, Sitzhöhen, Hängemattenplatz, Schaukelmöglichkeit, …

Wenn Ihnen das schwer fallen sollte, gehen Sie einfach mit einem Meterstab durch Ihr Haus und vermessen alles was Ihnen bequem erscheint. Bewegen Sie sich bewusst durch Räume – so bekommen Sie schnell ein Gespür für die gewünschten Abmessungen.

Oberstes Ziel ist es, die ultimative Gemütlichkeit zu finden – nichts ist schlimmer, als an einem traumhaft schönen Ort auf einer viel zu engen Eckbank zu kauern!

Inspirationen zur Raumgestaltung finden Sie im Internet, in Architektur- und Raumplanungsbüchern.

Um Ihr Baumhaus perfekt zu planen, informieren Sie sich über die gewünschten Werkstoffe und deren Abmessungen. Baustoffe sind i.d.R. in fest genormten Größen erhältlich, z.B. haben Dämmstoffplatten eine Breite von 625 mm; wenn es möglich ist den Wandaufbau darauf auszulegen, ersparen Sie sich viel Arbeit und Verschnitt.

Wichtig: Baumhausbau ist Leichtbau! Sparen Sie sich schwere Materialien wie Steinplatten, Stahlteile aber auch schwere Hölzer wie Eiche. Das Holz im Außenbereich sollte naturbelassen sein, und über einen guten Witterungsschutz verfügen (z.B. Lärche, Douglasie).

Der Natur zu Liebe sollte das Holz stets von regionalen Sägewerken bezogen werden.

Nun wird es Zeit selber Hand anzulegen. Da man fast ausschließlich mit Holz arbeitet, genügt folgendes Werkzeug als Grundausstattung:

  • Starker Akkuschrauber mit Wechselakkus
  • Messwerkzeuge (Maßband, lange Wasserwaage, Winkel, Lot, Distolaser, …)
  • Handwerkzeuge (Handhobel, Stemmeisen, Sägen, Hammer, Cutter, …)
  • Elektrische Handkreissäge mit Schiene
  • Große Kappsäge mit Winkeleinstellung
  • Schleifgerät
  • Flex
  • evtl. Oberfräse
  • Sicherheitsausrüstung (Gehörschutz, Handschuhe, Brille, Helm, …)
  • Leitern, Seile, Flaschenzüge, Leim, …

Unsere jahrelange Erfahrung zeigt, es ist wesentlich effizienter und genauer, die einzelnen Teile am Boden vorzufertigen und anschließend auf der Plattform zusammen zu fügen. Die Einzelteile sollten so groß sein, dass man sie noch gut zu zweit tragen kann; je nach Gelände, Plattformhöhe und Transportmöglichkeiten.

 

Reihenfolge der Montage:

  1. Schrauben / Tragseile montieren bzw. Fundamente setzen
  2. Unterkonstruktion und Hauptträger anbringen
  3. Plattform auf Unterkonstruktion befestigen
  4. Plattform mit Brettern beplanken
  5. Wände aufstellen
  6. Dach dicht machen
  7. Türen & Fenster einbauen
  8. Geländer befestigen
  9. Zustieg montieren (Treppe, Leiter, …)
  10. Feinschliff & Details
  11. Inneneinrichtung
  12. Party!!!
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