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Baum(haus)biologie | Welcher Baum eignet sich am besten?

Baut man ein Baumhaus, so ist der Baum Träger, Stütze und Fundament zugleich - daher ist ein fundiertes Wissen über den Baum essenziell!

Grundsätzlich gibt es keine "am besten geeignete Baumart" für den Baumhausbau, da jeder Baum sehr individuelle Eigenschaften haben kann. Die Holzqualität variiert von Spezies zu Spezies, von Standort zu Standort, von Baum zu Baum aber auch innerhalb ein und desselben Baumes; Entscheidende sind dabei vor allem Witterung, Klima, Exposition, Lichtverhältnisse, Konkurrenzdruck, Nährstoff- und Wasserangebot.

Wichtig: Jeder Baum ist ein Unikat!

Hat man dies verinnerlicht, gibt es natürlich Baumarten die besser für den Baumhausbau geeignet sind als andere - das belegen Studien aus den Bereichen Forst, Baumbiologie und -statik.

Wichtig sind folgende Eigenschaften:

  • hohe Holzfestigkeit
  • schnelle Bildung von Reaktionsholz
  • gute Wundabschottung
  • hohe durchschnittliche Lebensdauer
  • großer zu erwartender Stammumfang
  • gerade wachsender Stamm
  • robuste Borke

Wir haben diese Eigenschaften analysiert und in einer Liste zusammengefasst; sie zeigt uns welche Bäume besonders gut für den Baumhausbau geeignet sind:

Eignung europäischer Baumarten für den Baumhausbau

Hervorragend geeignet sind vor allem Laubbäume wie Buche, Eiche, Linde, Ahorn, Esche, und Edelkastanie, sowie Nadelbäume wie Lärche, Kiefer, Douglasie und Tanne.

Weniger geeignet sind, als alleinige Trägerbäume, Birke und in der Liste darunter liegende Baumarten.

Baumhäuser sollten nur in geradwüchsigen und absolut vitalen Bäumen gebaut werden.

Der Mindeststammdurchmesser "MSD"

Der MSD wird auf Höhe der Plattform gemessen (Mittelwert). Er sollte mindestens 30cm betragen, beim Hauptträgerbaum oder einem allein tragenden Baum besser 45cm.

Ein großer Durchmesser bedeutet:

  • Der Baum ist erwachsen & resistent
  • Er hat bereits mehreren Extremsituationen standgehalten (Stürme, Trockenzeiten, Astausbrüche, Blattverlust durch Hagel, ...)
  • Er kann erheblich mehr Lasten aufnehmen und ist weniger schwingungsanfällig
  • Ist der Baum ausgewachsen, verbraucht er weniger Energie für das Höhenwachstum; er baut Sicherheitsreserven auf und nutzt diese gezielt für Wundheilung und den Anbau von Reaktionsholz
  • Bei Bohrungen ist der prozentuale Anteil des verletzten Gewebes geringer

Für den Baumhausbau bedeutet das, der Baum muss um so massiver sein:

  • je größer die Belastung ist (Eigenlast, Wind, Schnee)
  • je mehr Schrauben in einem Baum gesetzt werden
  • je höher das Baumhaus im Baum befestigt wird
  • je schlechter der allgemeine Zustand des Baumes ist
  • je schlechter die Baumart für den Baumhausbau geeignet ist

Folgende Tabelle veranschaulicht die Überlegungen zum Mindeststammdurchmesser:

Mindeststammdurchmesser Hauptträgerbaum 45cm
Mindeststammdurchmesser Nebenbaum 30cm

Eignung nach obiger Liste Birke oder schlechter

+5cm

Baumhaus sehr groß und schwer

+5cm
Plattform höher als 5m --> je weiterem Meter +3cm

Ungewöhnliche Schneelasten und Stürme (Bergkämme, Küstenregionen, ...)

+3cm

Anzahl der Schrauben > 1 --> je weiterer Schraube

+3cm

 

Die obigen Werte dienen als Orientierungshilfe, und sollten je nach Situation vor Ort angepasst werden.

 

Der Gesundheitszustand - wie erkenne ich ob ein Baum vital ist?

Jahrzehnte des professionellen Baumhausbauens haben gezeigt, dass Bäume ein Baumhaus nicht abstoßen, sondern dieses mit der Zeit als festen Bestandteil in ihre Lebenssituation einbinden. Dies kostet den Baum Energie, die folglich an anderen Stellen fehlen wird. Doch wie erkenne ich ob der Baum gesund ist und über ausreichend Energiereserven verfügt?

Für private und kleinere Baumhausprojekte ist eine visuelle Bewertung des Baumes ausreichend.

"Man sieht einem Baum an ob er gesund oder krank ist."

Ganz ähnlich wie beim Menschen (Körperhaltung, Hautbild, Haare, Narben, ...), gibt es auch bei Baum sichtbare Anzeichen für einen schlechten Gesundheitszustand:

  • ungesundes Kronenbild (wenig und unregelmäßige Belaubung)
  • viele Totholzäste
  • längliche Risse
  • Pilzfruchtkörper -> hier auf keinen Fall bauen!!!
  • ungesunde absterbende Rinde (Schädlingsbefall)
  • Specht (Insektenbefall)
  • übermäßig viel Moos
  • Viele Sekundärtriebe (neue Triebe mitten aus dem Stamm)
  • hohler Klang (Klopfprobe mit Hammer)

Beobachten Sie neben dem Baum unbedingt auch dessen Standort und Umfeld - Vorsicht ist geboten, bei:

  • sehr weichen Böden (schwaches Wurzelsystem)
  • sehr nasse Böden oder Überschwemmungsregionen
  • Bäumen in Steilhängen
  • Bäumen auf Felsen
  • Pilz- oder Insektenbefall an benachbarten Bäumen
  • Bei artspezifischer Krankheit z.B. Eschen- und Ulmensterben, Kastanie (Miniermotte) und Fichte (Borkenkäfer)!
  • krummwüchsiger, schiefer Stamm

 

Bestehen Zweifel am Gesundheitszustand des gewählten Baumes, oder handelt es sich um ein öffentliches oder besonders großes Projekt, verständigen Sie auf jeden Fall einen Baumbiologen oder Baumgutachter. Treffen Sie Ihre Entscheidungen stets zu Gunsten des Baumes, verkleinern Sie gegebenenfalls Ihr Baumhaus oder benutzen Sie Stelzen zur Verankerung.