Du bist hier: Home | Anleitung: Baumhaus bauen | Wie groß und schwer darf mein Baumhaus werden?

Du willst ein Baumhaus bauen und bist dir nicht sicher wie groß und wie schwer es werden darf? Ein Bauingenieur erklärt dir die wichtigsten Grundlagen der Baum(haus)statik.

Ein Baumhaus ist für einen Baum wie ein großer Rucksack für einen Menschen – Gesundheit, Statur und Umgebung legen fest, wie groß und wie schwer der Rucksack sein darf, damit sich der Mensch noch frei bewegen kann. Trägt man den Rucksack eine Weile, gewöhnt sich der Körper an dessen Gewicht, und baut gezielt Muskeln auf – ganz ähnlich verhält es sich bei einem Baum.

In folgendem Artikel zeigen wir dir:

  • Eine einfache Methode um das Gewicht deines Baumhauses abzuschätzen.
  • Die Belastung der einzelnen Verbindungsmittel herauszufinden (Baumschrauben, Seile).

 1. Das Gesamtgewicht eines Baumhauses – Flächenlast pro m²

Die Last eines Baumhauses setzt sich zusammen aus:

  • Eigengewicht (Holz, Dachdeckung, Fenster, Möbel, etc.)
  • Verkehrslast (Personenansammlungen)
  • Natürliche Belastungen (Schnee, Regen, Sturm)

Alle Lasten müssen in Summe in die Trägerkonstruktion eingeleitet, und in den Boden abgetragen werden. Dies geschieht entweder direkt über den Baum und dessen Wurzeln oder über eine künstliche, einbetonierte Stütze. Die Last sollte dabei möglichst gleichmäßig auf die einzelnen Verbindungsmittel und Träger verteilt werden.

Auch die horizontale Windlast spielt eine bedeutende Rolle, denn die Wände des Baumhauses wirken wie ein Segel. In Bodennähe sind Windgeschwindigkeit und Hebelarm kleiner; je niedriger das Baumhaus also im Baum befestigt wird, desto größer kann es dimensioniert werden. Damit der Baum keine Drehbewegung erfährt, sollte das Haus möglichst gleichmäßig um den Stamm gebaut werden.

Besondere Beachtung gilt der Schneelast in alpinen Regionen, diese wird teils mit über 500 kg/m² angesetzt! Plattformgröße und Dachneigung sollten dementsprechend angepasst werden.

Orientierungswerte zur Eigenlast von drei verschiedenen Baumhaustypen findest du in folgender Tabelle; die Werte beinhalten Unterkonstruktion, Plattform, Geländer und Haus:

Baumhaustyp Ausstattung Last [kg/m²]
Einfaches Kinderspielhaus; < 15 m² incl. Terrasse Ungedämmt, sehr leichte Bauweise Ca. 60 kg/m²
Bewohnbares Baumhaus; 15 – 25 m² incl. Terrasse Stabile Konstruktion, leicht gedämmt, wertige Dachdeckung, Glasfenster Ca. 125 kg/m²
Luxus-Baumhaus; 15 – 40 m² incl. Terrasse Massive Konstruktion, dicker Wandaufbau, hervorragend gedämmt, Sanitäranlagen, Dreifach-Verglasung Ca. 155 kg/m²

2. Position der Plattform – Halte die Balance!

Folgendes Beispiel zeigt eine quadratische Plattform zwischen zwei Bäumen:

Wir gehen davon aus dass die Plattform (ohne Baumhaus) gleichmäßig & flächig belastet wird. Die Bäume stehen nicht mittig sondern leicht versetzt. So ergibt sich für jeden Baum eine bestimmte „Last-Einzugsfläche“ (grün und grau). Diese wird graphisch ermittelt: du verbindest die Baumstämme mit einer geraden Linie (pinke Linie) – dann ziehst du am Mittelpunkt eine Lotrechte Trennlinie – was du jetzt siehst sind die Flächen die der jeweilige Baumzu tragen hat:

  • Die Gesamtfläche der Plattform beträgt 4 m x 4 m = 16 m²
  • Die Lasteinzugsfläche vom linken, großen Baum ist ca. 10 m²
  • Die vom rechten, kleineren Baum ca. 6 m²

Diese Last muss nun von Verbindungsmitteln (z.B. Baumschrauben) aufgenommen werden und sicher in den Baum übertragen werden.

Die Plattform und das Haus sollten stets so positioniert werden, dass der massivere Baum die größere Last trägt. Hier wird der feste Ankerpunkt gesetzt.

3. Belastung der Verbindungsmittel – Rechenbeispiel

Mit Hilfe der Lasteinzugsflächen [m²] kann man die zu erwartende Last für die jeweiligen Verbindungsmittel berechnen: 

Ist die Flächenlast der Plattform alleine z.B. 50 kg/m², so trägt:

  • der große Baum:   10 m² x 50 kg/m² = 500 kg
  • der kleinere:   6 m² x 50 kg/m² = 300 kg

 

 

Jetzt rechnen wir das gleiche mit einem Baumhaus:

Angaben:

– Das Baumhaus steht mittig auf der Plattform (Typ „Bewohnbares Baumhaus“; 10 m²)

– Darin befinden sich 6 lustigen Erwachse die alle einen Liter Bier trinken (70 kg + 1 kg)

– Es ist Winter und es fällt eine Menge Schnee (100 kg / m²)

 

Hier die Formel: Last [kg] = Fläche [m²] x Flächenlast [kg/m²] (+ Andere Lasten [kg])

Die Flächenlast ist die Summe der einzelnen Lasten (Eigenlast + Verkehrslast + Sonstige Lasten).

 

Berechnung:

– Last Baumhaus [kg] = 10 m² x 125 kg/m² = 1250 kg

– Last restliche Plattformfläche [kg] = 6 m² x 50 kg / m² = 300 kg

– Last „Lustige Menschen“ [kg] = 6 x 71 kg = 426 kg

– Schnee [kg] = 16m² x 100 kg / m² = 1600 kg

 

Gesamte Last [kg] = 1250 kg + 300 kg + 426 kg + 1600 kg = 3576 kg

Daraus lässt sich mit Hilfe der Einzugsflächen die Belastung der einzelnen Bäume und Verbindungsmittel berechnen:

Auf dem großen Baum lasten:   (10m² / 16 m²) x 3576 kg = 2235 kg

Auf dem kleinen Baum lasten:   (6 m² / 16 m²) x 3576 kg = 1341 kg

Jetzt gilt es die passende Befestigungsmethode zu wählen, dabei sollte unbedingt mit dem Sicherheitsfaktor > 2 gerechnet werden, d.h. Statt 2235 kg, gehen wir von 4470 kg Last aus, somit sind unsere Berechnungen immer auf der sicheren Seite!

Für den großen Baum würde ich demnach 2 x GTS Allstar verwenden – Näheres zu Tragfähigkeit und Einsatzbereich unserer Baumhausschrauben hier…

4. Belastbarkeit des Baumes

Bäume können unglaubliche Lasten aufnehmen!

Um ein Gefühl zu bekommen: Holz hat längs der Faser eine durchschnittliche Druckfestigkeit von ca. 2 kN/cm², umgerechnet 200 kg/cm². Ein runder, gerad wüchsiger Baumstamm, Durchmesser 40 cm, kann also theoretisch eine Last von 1256 cm² x 200 kg = 251,2 Tonnen aufnehmen.

Die mögliche Last eines Baumhauses ergibt sich aus der maximalen Belastbarkeit der einzelnen Verbindungsmittel, diese ist je nach Befestigungsmittel 1000 – 5000 kg (genaueres zu den einzelnen Befestigungsarten hier).

Grundsätzlich gilt es die Lasten nie vollständig auszureizen – wir empfehlen stets mit einem Sicherheitsfaktor > 2 zu arbeiten; dies beinhaltet eventuelle Fehlstellen im Holz sowie Ausnahmezustände wie Sturmböen, starke Schneefälle oder Personenansammlungen. Sprich, auch wenn die Schraube theoretisch 4 Tonnen aufnehmen kann, sollte sie nur mit 2 Tonnen belastet werden.

5. Zusammenfassung

Baumhausbau ist Leichtbau – Vermeide schwere Materialien wie Steinplatten, riesige Fensterflächen mit Dreifachverglasung, Harthölzer, Stahlskulpturen, Milchkühe, …

Überlege dir genau wo welche Lasten entstehen und wie du diese am geschicktesten auf die einzelnen Verbindungsmittel verteilst.

Wähle den „Rucksack“ lieber eine Nummer kleiner; Anbauen und Erweitern kann man das Baumhaus bei Bedarf immer noch zu einem späteren Zeitpunkt.

Das Haus sollte an den Baum angepasst werden und mit ihm verschmelzen, anstatt ihn zu „erdrücken“.

Das Gesamtbild sollte stets harmonisch wirken!

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